20.11.2022 Verhaltensökonomik I#

die Abweichungen von der rationalen Theorie: img

Opportunitätskosten#

Opportunitätskosten: implizite Kosten durch Nichtwählen der nächstbesten Alternative

Realität: der Mensch wählt nicht alles rational! (nimm das Mikroökonomik :fist_oncoming: )

Problem:

  • alle Alternativen kennen

  • ihr Nutzen bewerten möglich

Sunk Costs#

Sunk Costs: bereits angefallene, irreversible Kosten.

  • Spielen in Standardtheorie keine Rolle für Entscheidungen

Beispiel Kostenentscheidungen

invest 1mio
invest 0
invest 1mio
invest 1mio
invest 1mio
invest 1mio
.
Position
Alternative
Reward = 10
Reward = 0
Reward = 10
Reward = 0

an sich sollte diese Entscheidung zufällig sein an der Position, aber realisitisch wird sich immer für ersteres entschieden

=> Sunk Cost Fallacy

Abhängigkeit von irrelevanten Alternativen#

schlechtere Alternativen sollten keinen Einfluss haben auf Entscheidungen (Decoy Effekt)

Decoy Effekt: wenn x aus Menge {x,y} ausgewählt, und das ist rational; dann y aus {x,y,z} ist irrational!

Realität; passiert, wenn man schlechtere Alternative hinzufügt, sieht anderes wie guter Deal aus

Beispiel: Abonnements des Economist

img

  • Gruppe 1: Option Digital und Print

  • Gruppe 2: alle 3 Optionen

Eigentlich sollte das gleiche sein in den Prozentzahlen von Option 1 und 3

=> durch schlechte Alternative wird andere Entscheidung gewählt

Erklärung: img

Endowment Effekt#

Endowment Effekt: Präferenzen über Alternativen hängen von Besitz des Individuums ab (seinem „Endowment“)

  • Präferenzen hängen ab von Referenzpunkt

  • wir mögen unseren Besitz sehr = Verlustaversion

Verlustaversion: Menschen leiden mehr, wenn sie etwas verlieren als wenn sie den gleichen Betrag bekommen

Beispiel: Geld oder Lottoticket

Merke: der Gegenstand, den man besitzt ist nicht an sich attraktiver, nur Aufgeben ist schwieriger

Verlustaversion im Modell#

Wertfunktion#

  • zentrales Element der Prospekt Theorie

  • modelliert Nutzen oder Wert von Änderungen der Ausstattungen

  • Eigenschaft: Verlust = höherer Rückgang als Gewinn

img

Beispieldefinition: $v(x)={x/2for x0 (gains)2xfor x<0 (losses)$ => Referenzpunkt ist wichtig für Bewertung

Beduetung für Mirko:

  • Indifferenzkurve ist unumkehrbar

  • IDKs können Knick haben (abhängig von Referenzpunkt)

in der Realität#

  • Aktienmärkte

    • verkaufen zu früh bei steigenden Preisen

    • und zu spät bei Verlusten (um nicht zu realisieren)

  • Immobilinemärkte

    • Weiderverkaufspreis hängt ab von Original-Kaufpreis

  • Arbeitnehmer- Lohntabellen

Feldexperimente:

  • Arbeitnehmer in China

  • zwei Bezahlungssysteme

    • Gehalt + Abzug bei geringer Produktivität

    • Gehalt + Bonus bei hoher Prod.

  • erste Situation = besser

Übung#

Aufgabe 1: Entscheidungsbaum#

a) Entscheidungsbaum mit Erträgen

1500
650
2200
Entscheidung
Aktien
Anleihen
Immobilien

b) Opportunitätskosten

höchste Nutzen der nächstbesten Alternative

NUtzenfunktion: u(x)=x

Aktein: 2200
Immo: 1500
Anleihen: 2200

Aufgabe 3: Decoy#

der perfekte Wingman und der Decoy-Effekt

Skala 1-10 bei Intelligenz + Attraktivität

  • Sucher: I=5, A=5

  • Person 2: I=4, A=6

  • Person 3: I=7, A=3

wie muss der Wingman ausgestattet sein?

  • muss in beiden Dimensionen schlechter sein als mann selbst

  • aber die Konkurrenz in einer Dimension schlagen

Beispielsweise I=4.1; A=3.1

Aufgabe 4: Verlustaversion#

v(x)={x/3x03xx<0

zwei personen besitzen Aktie:

  • Preis gestern = 7

  • Preis heute = 4

Person 1: ursprünglicher Preis als Referenzpunkt

  • gestern= 0m, heute = -3

  • Nutzenfunktion: v(0)v(3)=0(33)=9 Nutzen verloren

=> Auffasung als Verlust

Person 2: heutiger Preis als Referenzpunkt

  • Heute = 0

  • Gestern = +3

  • Nutzenfunktion: v(0)v(+3)=0(133)=1 Nutzen verloren

=> Auffassung als verlorener „Gewinn“ (weil nicht gestern verkauft)